Wir sind bereits in Deutschland, haben allerdings noch nicht alles verbloggt was wir erlebt haben. Die kommenden Tage folgen noch ein paar Berichte aus Kolumbien!

Die zweitgrößte Stadt Kolumbiens war früher hauptsächlich bekannt für ihre Drogenkartelle. Die Stadt des ewigen Frühlings, wie sie wegen des gemäßigten Klimas genannt wird, durchlebte allerdings einen Wandel und wurde zur innovativsten Stadt der Welt erklärt. Wir wohnten im Stadtbezirk El Poblado, ein Partyviertel in dem es Abends ordentlich rund geht und man in den verschiedenen Straßen, bei angenehmen Temperaturen, im Freien mit toller Musik seinen Drink genießen kann und Straßenkünstler ihr Bestes geben. Ein sehr hippes Viertel mit Bars, Shops und Restaurants mit einem bunten Strauß an Gerüchen 😅🙈👍. Die Stadt Medellin liegt im Aburrá-Tal und ist mit mehreren Seilbahnen sehr gut vernetzt, wodurch man einiges an Höhenmetern in kürzester Zeit überwinden kann. Grund für die Seilbahnen ist es vor allem ärmeren Stadtviertel den Zugang zur Stadt zu erleichtern, denn dort wo kein Bus mehr durch das Straßengewirr passt, dauerte es zuvor mehrere Stunden bis ins Zentrum. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für Medellin ist sein Metronetz, welches in ganz Kolumbien das einzige ist.

Wir beschlossen uns den historischen Kern auf eigene Faust anzuschauen. Mit der Metro waren wir schnell mittendrin und wir schauten uns neben dem Regierungssitz auch den Palacio de la Cultura mit seiner riesigen Kuppel und dem vorgelagerten kleinen Park mit den Figuren des bekannten Künstlers Fernando Botero an. Das centro historico ist sehr empfehlenswert, allerdings sollte man auch hier darauf achten auf den touristischeren Straßen zu bleiben, denn es gibt wirklich sehr viel Armut und Drogen aller Art sind auch am helllichten Tag im Umlauf.

Sehr interessant war für uns auch eine Free Walking Tour durch die Kommune 13. Ein Bezirk der in den 90er Jahren als der gefährlichste in Medellin galt und eine sehr blutige und gewalttätige Vergangenheit hat. Hier wüteten die Drogenkartelle vor allem zu den Zeiten von Pablo Escobar. Wir bekamen viele wichtige Informationen und auch darüber, wie sich die Gegend seit dieser Zeit bis heute entwickelt hat. Sehr bekannt ist das Viertel für den Hip-Hop und die bunten Graffitis an den Wänden. Die Lage der Kommune an mehreren Steilhängen und der weite Ausblick auf die Stadt nutzen die Kartelle, um den Überblick zu behalten. Wir konnten die Höhenmeter mit einer Rolltreppe überwinden, die 2011 gebaut wurde, um den Leuten hier das Leben zu erleichtern. Leider ist das Thema rund um die Kartelle immer noch aktuell, denn unser Guide, der hier lebt und arbeitet, erklärte uns, dass er Abends immer noch Besuch bekommt und einen Teil der Einnahmen durch den Tourismus abgeben muss. Das Viertel braucht den Tourismus um sich zu entwickeln allerdings machen sich diese Tatsache auch andere zunutze. Ein Teufelskreis…

Eine Abwechslung zu der wuseligen Stadt und der schlechten Luft im Talkessel bietet das Naherholungsgebiet Parque Arvi. Er liegt hoch über der Stadt und man kann ihn sehr gut mit der Bahn und anschließend mit der Seilbahn erreichen. Alleine die Fahrt lohnt sich mit unglaublichen Ausblicken auf die Stadt aber auch gleichzeitig auf Menschen die in Wellblechhütten leben und inmitten von Müllhalden. Überhaupt ist das Thema Müll und Dreck in Kolumbien allgemein und besonders in bestimmten Bezirken ein ganz großes Problem. Wir haben in den letzten Monaten viel gesehen aber das war schon nochmal eine Nummer für sich. Die Menschen hier haben ein ganz anderes Verständnis was die  Müllentsorgung betrifft… meistens einfach auf den Boden werfen. Das ist wirklich sehr schade! Aber zurück zur grünen Lunge der Millionenstadt. Hier konnte man so richtig durchatmen, spazieren gehen und die Seele baumeln lassen. Dieses Angebot wird von den Einheimischen natürlich gerne genutzt und irgendwo müssen die ganzen Hunde ja auch ausgeführt werden 😉🐕.

Ein Tagesausflug von Medellin führte uns zu einer Gegend, die uns vorher schon auf Plakaten und Bildern ins Auge gefallen war… Guatapé! Der entsprechende Bus fährt vom terminal norte. Nach 90 Kilometern und knapp zwei Stunden Landschaftsfahrt kamen wir an einer Gabelung an. Hier mussten wir aussteigen und sahen in respektabler Entfernung einen hoch aufragenden, riesigen Felsen. Während der Bus die restlichen 3 km zum Ort Guatapé weiterfährt, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum la piedra. Auf das angebotene Pferd verzichten wir natürlich. Schließlich erreichen wir nach den ersten Höhenmetern den Fuß des beeindruckenden, 220 m hoch aufragenden Monolithen, la piedra del penol.

Außen führt eine steile Treppe mit 650 schmalen Stufen zum Aussichtspunkt, dem Mirador. Zwischendurch gibt es immer wieder Passagen, wo man schon mal den Ausblick genießen kann und vor allem ich (Maren) musste mich an die Höhe langsam gewöhnen. Hier muss man wirklich schwindelfrei sein😅🙈.

Der Rundum-Blick auf den Stausee von Guatapé y El Penol, der zu den größten von Südamerika gehört, ist atemberaubend. Überall ragen kleine Inseln mit Ferienhäusern auf. Wir ließen uns den Wind um die Nase wehen und konnten nicht genug von dem Anblick kriegen. Wir genossen im Schatten ein typisches michelada de mango colombiana ein Bier mit frischen Mango-Schnitzen und einem Salz & Pfeffer Rand… eine gute Abkühlung, was sich auch die meisten Einheimischen bei ihrem Ausflug dachten 🍻. Unten angekommen waren wir nicht sicher welche Strecke anstrengender war: Nach oben oder unten kraxeln😂. Wir schnappten uns, da es gerade anfing zu regnen, ein Tuk-Tuk und fuhren in den nahe gelegenen Ort Guatapé. Hier machten wir ein Bummel im idyllischen Ort und an der Promenade entlang. Der farbenfrohe Ortskern lud zum Verweilen mit einer Tasse Kaffee ein bevor es zurückging nach Medellin.